3. Welt · Die Welt der kognitiven Schutzlosigkeit
Schwerste und terminale Demenz zeichnet die Welt der kognitiven Schutzlosigkeit, sie ist geprägt von umfassender Pflegebedürftigkeit mit Bettlägerigkeit der Betroffenen sowie zunehmender Unfähigkeit, Nahrung und Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Die Betroffenen verlieren ihre Sprache und Gestik und damit auch die Fähigkeit, Wünsche und Bedürfnisse, aber auch Schmerzen und Gefühle auszudrücken. Sie sind Aussenreizen schutzlos ausgeliefert und können sich zum Beispiel weder gegen lautes Sprechen, laute Musik oder gegen grobes Anfassen wehren. Dazu kommen häufige medizinische Komplikationen wie Stürze und Infektionen, insbesonders der Harnwege und der Lunge (durch Aspiration von Nahrung und Sekreten). All diese Faktoren führen schliesslich zu einem terminalen Zustand.
Ein speziell gestaltetes Milieu mit Musik, Klängen, Düften, leisem Sprechen der Betreuenden schützt den Bewohner einerseits vor Reizüberflutung und Aufregung und andererseits vor Deprivation, wie sie demente, bettlägerige Patienten erleben, die alleine in ihrem Zimmer den ganzen Tag an eine Decke starren müssen. Es ist deshalb von Vorteil, wenn zwei oder mehrere schwerstdemente Bewohner zusammen in einem grösseren Raum zusammenleben. Palliative Care konzentriert sich auf die Linderung der Symptome einer Krankheit und verzichtet auf lebensverlängernde Massnahmen.